Thrylos: Olympiakos zwischen schick und shit

Es ist ein schweres Los, Anhänger von Olympiakos Piräus zu sein. Die griechische Meisterschaft kannst Du meist schon zu Saisonbeginn einplanen, aber der Traum von einem großen Titel in Europa, das kann wohl noch 3.428 Jahre dauern. Obwohl immerhin: 1963 holte die Thrylos, die Legende mal den Balkanpokal…

Die Bengalos waren aus, der Traum vom Triumph in der Europa League auch. Im Sechzehntelfinale war Olympiakos Piräus an Anderlecht gescheitert. Die Fans sahen dunkle Zeiten auf sich zukommen. Aber dann kam nur zwei Tage später Veria als Gegner in der griechischen Meisterschaft. 3:0 lautete das Endergebnis, der 43. Titel war in der Tasche – sechs Spieltage vor Schluß – im Februar.

Die Fans genossen den Moment, während die griechischen Politiker und Fußballfunktionäre mit vereinten Kräften versuchten, allen Klischees über den chaotischen griechischen Filz mehr als nur gerecht zu werden. Wieder mal gab es Streit zwischen Olympiakos, Vizemeister AEK, Panathinaikos – der Sportminister mischte sich ein und verschob das Pokalfinale wegen Sicherheitsbedenken um gefühlte 60 Jahre.

Und Olympiakos verlor dieses Finale gegen AEK – die Saison war versaut. Wie so oft sollte nun ein Neuanfang die Legende zum Leben erwecken: Der neue Trainer Victor Sanchez sollte das Team in die Champions League führen. In der dritten Quali-Runde war Schluß. Gegner Beer Sheva – sicherlich  echten Fußballconnaisseuren ein Begriff und immerhin israelischer Meister – war zu stark. Sanchez musste erfahren, warum Trainer im Allgemeinen keine Legenden bei Olympiakos werden und flog raus.

Jetzt kam Paulo Bento als dritter Coach in diesem Jahr. Und der ehemaligen portugiesischen Nationaltrainer sorgt wieder für Euphorie. Auch seinetwegen haben der Hoffenheimer Tarik Elyounoussi und der deutsche Ex-Nationalspieler Marko Marin sowie Oscar Cardozo den Weg nach Piräus gefunden.

Alle waren heiß auf den Saisonbeginn, die Bengalos leuchteten, aber der Saisonbeginn fand nicht statt. Wie immer: Streit unter Funktionären, die ersten beiden Spieltage fielen aus wegen ist nicht, ein Ding aus der Kategorie Lach- und Krachgeschichten mit der Laus. Endlich war es am Wochenende soweit. Mit elf Spielern aus zehn Nationen ging das Team zum ersten Heimspiel der Saison auf den Platz. Gegen den immer gern gesehenen Aufbaugegner Veria gab es ein 6:0. „Jetzt starten wir durch!“ riefen die Anhänger der Thrylos, der Legende.

Wir werden sehen. Heute folgt der erste Auftritt in der Europa League – Gegner ist auswärts Young Boys Bern.

Von Mark Freeman from Hornchurch, UK - IMG_9442, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3588772
Von Mark Freeman from Hornchurch, UK – IMG_9442, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3588772

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